André verschafft sich Gehör

Dienstag

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André kämpft für Inklusion auch mit komplexen Behinderungen.

André Zenger hat keine verbale Sprache, aber er kann denken, formulieren und sich ausdrücken. Dies gelingt mit einem Sprachcomputer, den er mit seinem Kinn steuert, Wort um Wort. Er schreibt Texte, formuliert seine Bedürfnisse und Ziele, bringt seine Gefühlswelt aktiv zum Ausdruck.

Zusammen mit Regina Klemenz hält er Referate an der Agogis, der Bildungsanbieterin für Sozialberufe. Eindrücklich übermitteln die beiden den Studierenden eine zentrale Lektion: Inklusion ist für alle wichtig, auch und gerade für Menschen mit komplexen Behinderungen. Andrés Botschaft findet so Öffentlichkeit.

Das schreibt André mit seinem Sprach-Computer:

 

Ich habe rufen Morgen. Ich möchte aus Bett.

Unternehmenslustig. Ich möchte nicht Bett Tag.

Ich möchte sitzen Rollstuhl. Ich bin wach.

Ich möchte Leben mit Assistenz.

Ich fühle gut Hunzikerareal. Zürich Oerlikon.

 

(Aber) ich möchte nicht im Heim leben.

Ich möchte hier raus. Nicht Gruppe leben.

 

Ich auf Kopf Decke ängstlich.

Ich immer im Heim bis 65.

Ich möchte mit in den Ausgang.

Sechseläutenplatz. Zürich Filmfestival.

Bin unternehmenslustig IKEA und Mediamarkt

oder Streetparade, Aufzug Lastwagen.

«André macht deutlich, dass viele seiner Bedürfnisse aktuell nicht berücksichtigt sind. Das ist ein wichtiger Reflexionsanstoss für die Studierenden», sagt Matthias Fäh, Dozent bei Agogis. «Gleichzeitig zeigen Andrés Auftritte, wie Empowerment im Alltag funktioniert», ergänzt Urs Brandenberger, ebenfalls Dozent bei Agogis. 

In seiner Expertenrolle verschafft sich André aktiv Teilhabe an der Gesellschaft. Er übermittelt seine Botschaft, baut Netzwerke auf und kann sich mit der Entschädigung immer wieder Begleitung für Aktivitäten nach Wahl leisten. Damit kommt er seinem Traum näher: ein inklusives Leben mit Assistenz.

Dieses Ziel hat er noch nicht erreicht. Aktuell wohnt er in einer 8er-WG von Züriwerk für Menschen mit Unterstützungsbedarf mitten in einer urbanen Wohnsiedlung.  

Auch diese Wohnform ist für Menschen mit komplexen Behinderungen heute noch keine Selbstverständlichkeit, aber Andre möchte noch einen Schritt weiter gehen: Er will in einer WG zusammen mit Menschen ohne Behinderungen leben.

Mit der Strategie Inklusion 2035 hat sich Züriwerk das klare Ziel gesetzt, Inklusion nachhaltig voranzubringen. Es sollen neue Räume, Modelle und Vorbilder für das Zusammenleben entstehen – Strukturen, die die Entwicklungsmöglichkeiten von Menschen mit Behinderungen erweitern und stärken.   

«Inklusion ist für alle wichtig!»

André Zenger
Mitarbeiter Atelier Zürich
 

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